In Lettland/Riga gibt es ebenfalls eine starke Bewegung von Menschen, die in Bildungseinrichtungen und sozialen Arbeitsfeldern ein wertschätzendes Miteinander aktiv initiieren möchten und einen Paradigmenwechsel in Bildungseinrichtungen anstreben. Gemeinsam mit Prof. Marcus Stück & Kollegen finden seit mehreren Jahren Kursleiterausbildungen für die Empathieschule in Lettland statt. Die Empathieschule enthält neben der Wertschätzende Kommunikation nach Marshall Rosenberg, ein nonverbalen Training zur Körperpräsenz und Entspannung. Dieses ganzheitliche Verständnis von Empathie in der Praxis wurde evaluiert. Es zeigte sich, das die Anwendung der Empathieschule zu einer verbesserten “Empathie- und Kontaktfähigkeit, zu Verbesserungen im Immunsystem und Abbau von Stress bei Kindern und Erwachsenen, einer Zunahme von Optimismus und Selbstwirksamkeit, dem Abbau von gewaltvollem Verhalten sowie eine Zunahme von Sensibilität” führten (Prof. Marcus Stück). Zum pdf Download

FAIRSein ist ein Projekt zur Gewaltprävention im Kindergarten mit dem Modell der Wertschätzenden Kommunikation nach Marshall Rosenberg. Initiiert wurde das Projekt durch die Stadt Leipzig. Innerhalb diese Projektes wurde ein ganzheitlicher und systemischer Ansatz verfolgt. Zu den inhaltlichen Angeboten gehörten die Wertschätzende Kommunikation, Körperarbeit (Entspannungstraining mit Yoga) sowie ein spielpädagogisches Angebot zum Erleben der eigenen Selbstwirksamkeit. Eltern und Pädagog*innen waren ebenfalls eingebunden. Diese Projekt wurde wissenschaftlich evaluiert wurde. Ergebnisse dieser Arbeit sind in einem Praxishandbuch zusammengefasst. Das überarbeitete Praxishandbuch zur Wertschätzenden Kommunikation im Kindergarten erschien im Schibriverlag. Das Konzept zum FAIRSein-Projekt wurde später auf den Grundschulbereich ausgeweitet.

Starke Wurzeln ist ein gesundheitsfördernder Projekt für Kindertagesstätten im Landkreis Nordsachsen auf der Grundlage des Sächsischen Bildungsplanes. Dazu gehörten Wertschätzende Kommunikation, Bewegung, Ernährung, Stressregulation und Entspannung. In zahlreichen Kindertageseinrichtungen wurde jeweils zwei Pädgog*innen in Wertschätzender Kommunikation, gesunde Ernährung, Stressregulation, Bewegung u.a. ausgebildet. Diese Kita-Teams wurden bei der eigenständigen Umsetzung des Konzeptes in ihrer täglichen Arbeit unterstützt. Das Projekt wurde in Kooperation mit dem Zentrum für Bildungsgesundheit durchgeführt. Auch nach dem Projekt wurden Praxisreflexionen und Supervisionen  angeboten, um die Nachhaltigkeit zu sichern. Die Multiplikatoren-Ausbildung(Kursleiter/Kursleiterin) für Wertschätzende Kommunikation mit Kindern wird auch in Leipzig angeboten. Inhalte und Termine erhalten Sie auf Anfrage.

SMiLE ist ein Projekt für Zivilcourage in der Jugendliche. Das Projekt wurde von 2009 bis 2015 in Kooperation mit den Leipziger Verkehrsbetrieben realisiert. Die über 300 Teilnehmenden wurden in Gewaltfreie Kommunikation nach M. Rosenberg und Deeskalation ausgebildet.  In Bussen und Bahnen sollten Jugendliche lernen Konflikte und Störungen gewaltfrei und ohne sich selbst in eine Gefahrensituation zu bringen, anzusprechen. Die Jugendlichen erhielten danach regelmäßige Reflexionstreffen, in denen sie ihre Erfahrungen austauschen konnten. Dabei wuchs ihre Sicherheit und ihr Selbstvertrauen für Zivilcourage im öffentlichen Raum. Häufige Themen waren: zu laute Musik in der Bahn, Drängeleien beim Ein- und Aussteigen, Schultaschen die Sitzplätzen oder Durchgänge in der Bahn blockieren, aber auch Belästigungen, mutwillige Zerstörung, deeskalierende Reaktionsfähigkeit bei Personen, die alkoholisiert waren und Unterstützung für Menschen, die Hilfe benötigen.